15.10.2018

Neue Erfahrungen im Rollstuhlbasketball

Ein Helfer berichtet von den Ottobock Championship 2018

Foto: © Ottobock

Rollstuhlbasketball, diese Sportart war mir bis zu diesem Wochenende nicht wirklich bekannt. Mein Arbeitskollege Harald Fürup, der Mitorganisator des Championship, brachte mich dazu, mich mit der Materie auseinander zu setzen. Als er mich fragte, ob ich ihm beim Turnier helfen wolle, stimmte ich zu. Ich fand es interessant und freute mich darauf, diese Sportart näher kennenzulernen.

Das Turnier war am letzten Septemberwochenende in Hannover. Wir reisten bereits Freitagnachmittags an und bauten die Spielfelder auf und installierten die Anzeigetafeln. Abends lernte ich dann Günther Vogel, den anderen Organisator und einige Spieler von einer der teilnehmenden Mannschaften kennen. Bereits jetzt hatte ich das Gefühl, dass dieses Turnier besonders wird.

Am nächsten Tag ging es dann vormittags los. Dachte ich anfangs noch, dass sich meine Tätigkeiten hauptsächlich auf den Auf- und Abbau und anderen Hilfstätigkeiten beschränken, wurde ich schnell eines Besseren belehrt. Direkt vor dem ersten Spiel wurde mir eröffnet, dass ich gleich Teil des Kampfgerichtes sein werde. Meine Aufgabe bestand darin, die Anzeigentafel und die Spieluhr zu bedienen. Am Anfang war ich noch etwas nervös, hatte ich so etwas doch vorher nie gemacht. Aber meine Kollegen, die mit am Tisch saßen, nahmen sich meiner an und erklärten mir verständnisvoll was ich zu tun hatte (einiges musste mir mehrfach erklärt werden :D).

Durch die Arbeit im Kampfgericht war ich automatisch gezwungen, das Spiel aufmerksam zu verfolgen. Dabei fiel mir auf, dass Rollstuhlbasketball sehr körperbetont ist und es einige Male auch dazu kam, dass ein Rollstuhl umkippte. Diese „Härte“ hätte ich nicht erwartet, war ich gedanklich doch davon ausgegangen, dass es wie beim Fußgängerbasketball zugeht, wo Körperkontakt schnell abgepfiffen wird.

Das Spiel war sehr schnell und intensiv, es wurde um jeden Ball gekämpft und die Schnelligkeit und Wendigkeit der Athleten in ihren Rollstühlen beeindruckte mich sehr. Was mich jedoch besonders beeindruckt hat, war, wie selbstverständlich Athleten mit Handicap und Athleten ohne Handicap in einem Team spielen konnten. Diese Form der Inklusion – in beide Richtungen – hatte ich vorher noch nicht erlebt und viele Sportarten können sich ein Beispiel daran nehmen. Beim Rollstuhlbasketball hat jeder seine Schwächen, niemand ist automatisch im Vorteil, und die Kombination der Stärken des Einzelnen hilft, Spiele zu gewinnen.

Die Menschen, die ich an diesem Wochenende kennen lernen durfte, haben mich offen und herzlich empfangen und niemand war sich zu schade, mir, dem Neuling, Fragen rund um den Sport zu beantworten. Ich werde mir definitiv weitere Spiele anschauen und wenn ich darf, auch im nächsten Jahr wieder bei diesem Turnier helfen.

>>> zu den 4. Ottobock Championship 
>>> zum DRS-Fachbereich Rollstuhlbasketball
>>> zum Behinderten-Sportverband Niedersachsen