24.06.2019

4 Stunden Sport, Spiel und Spaß

BG Klinikum Hamburg lädt zum Sportfest 2019 ein samt cineastischem Highlight

Peter Richarz eröffnete zusammen mit Dr. Roland Thietje das Sportfest 2019 und stellte die einzelnen Mitmachangebote vor.

Mit der Filmvorführung von "Vierzehneinhalb Kollisionen" endete das diesjährige Sportfest. - Alle Fotos: © Sebastian Braeutigam / BG Klinikum Hamburg

Das jährlich im Sommer stattfindende Sportfest des BG Klinikum Hamburg ist für viele Patienten zur Tradition geworden. Und so ließ es sich Dr. Roland Thietje (Chefarzt des Querschnittgelähmten-Zentrums) vergangenen Donnerstag in seinen Grußworten nicht nehmen, auf die nunmehr rund vier Jahrzehnte hinzuweisen, in denen das Sportfest Patienten, Angehörige, Interessierte und nicht zuletzt die Mitarbeiter selbst in die klinikeigene Sporthalle lockt. Denn: Dass Bewegung gut tut, wissen wir alle - sich jedoch aufzuraffen, fällt vielen von uns schwer.

Bevor es schließlich um 10:30 Uhr hieß „Die Spiele sind eröffnet“, stellte Mitorganisator, Peter Richarz (Deutscher Rollstuhl-Sportverband) die acht Stationen vor, an denen man auch als Ungeübter sich sportlich ausprobieren konnte und zugleich verwies er auf das Ende des Sporttages: Hier erwartete die Besucher im Jubiläumsjahr 2019 - 60 Jahre BG Klinikum Hamburg – nämlich ein cineastisches Highlight.

Am Anfang war der Besucherandrang noch etwas schleppend, das änderte sich jedoch im Laufe des Vormittags, an dem kaum mehr ein freier Platz an den Ständen vorhanden war. Man hatte die Wahl: Vom klassischen Rollstuhlparcours, über bekannte Sportarten wie Badminton, Boccia, Tischtennis und Volleyball - allerdings in einer Luftballon-Variante - bis hin zu einer speziellen Form des Golfspiels, dem Quicccup, dem weniger bekannten Blasrohrschießen und einem Reaktionstest, an dem Schnelligkeit und Zielsicherheit gefragt war.

Auch wenn das sommerliche und überwiegend trockene Wetter sportliche Betätigungen draußen zuließen würde, beschränkte man sich mit den Mitmachangeboten auf die Sporthalle. Und so war diese stets gut besucht mit schätzungsweise über 80 Teilnehmern. Nur in der Mittagszeit verlagerte sich das Treiben zeitweilig an den Grillstand.

Zum Abschluss des sportlichen Teils, am Nachmittag, verwandelte sich die Sporthalle in einen Kinosaal und es fehlten nur die Worte der Filmvorführerin, Kirsten Exner (Rekreationstherapie): „Vorhang auf, Film ab!“ – Das BGKH zeigte in Zusammenarbeit mit dem DRS den Dokumentarfilm " Vierzehneinhalb Kollisionen". Ein Jahr lang begleitete das Filmprojekt VIERZEHNEINHALB die Rollstuhlbasketballer des Bundesligisten BG Baskets Hamburg. Unter den Zuschauern mischten sich neben dem harten Kern der Sporttagsteilnehmer noch zahlreiche weitere Gäste; hervorzuheben sind die sieben Patienten aus der Rekreationstherapie, die in Ihren Betten der rund 90-minütigen Filmvorführung lauschten.

Sport ist und bleibt ein wichtiger Baustein in der Rehabilitation von Patienten mit ganz unterschiedlichen medizinischen Diagnosen. Und so ist das Sportfest auch ein Gemeinschaftswerk mehrerer Klinikabteilungen: dem Querschnittgelähmten Zentrum, der Sporttherapie und der Rekreationstherapie sowie dem Deutschen Rollstuhl-Sportverband. Das Sportfest bringt Bewegung zurück in unser Bewusstsein und bietet darüber hinaus allen Akteuren eine Plattform sich zu begegnen und ganz nebenbei stärkt es das Verhältnis Patient und Pflegefachkraft bzw. Therapeut.

Wieder mal ein rundum gelungener Sporttag, bei dem vieles in Bewegung kam. Ein Besucher stellte begeisternd fest: „Krass, ich konnte den Schläger einfach festhalten - meine Hände geben Gas.“ – ein anderer merkte an: „Der Film hat mich bewegt, mir aber im Gegenzug auch Mut und Kraft gegeben.“